Die ha(a)rten Fakten
Bevor wir tiefer in die Haarpflege einsteigen, müssen wir ersteinmal das Haar verstehen. Wer es gerne anatomisch bebildert mag, kann sich bei anatomie-online.com mal umsehen. Kurzgefasst ist das Haar als Hautanhangsgebilde, das sich aus verhornten Zellschichten der Haut bildet.
Dies & Das
Der Mensch hat durchschnittlich 100.000 Haare auf dem Kopf und 25.000 Haare auf dem Körper. Die Anzahl der Kopfbehaarung ist abhängig von der natürlichen Haarfarbe: Anzahl der roten Haare: ca. 90.000, Anzahl der braunen Haare: ca. 100.000 und Anzahl der blonden Haare: 140.000. Die Dicke der Haare reicht von 0,15 mm bis 0,03 mm, wobei blondes Haar dünner als dunkles Haar ist. Die Lebensdauer eines Haares beträgt 2 bis 7 Jahre. Nach dem Lebenszyklus wird das Haar ersetzt und dadurch täglich etwa 50-100 Haare verloren.
Das normale Wachstum eines Haares beträgt täglich ca. 0,35 mm, also 1 cm im Monat. In wärmeren Regionen – also auch im Sommer – und im Schlaf wächst das Haar stoffwechselbedingt schneller. Am Schnellsten wächst es zwischen dem 16. und dem 24. Lebensjahr.
Haar als Botschafter
Früher waren die Haare ein Schutz gegen Wärme, vor Kälte, gegen Schläge und diente als Halt für den Nachwuchs. Der Mensch nutzt das Haupthaar seit jeher als Zeichen seiner Selbstdarstellung und beurteilt andere Menschen ebenso nach ihrer natürlichen Kopfbedeckung.
Vor allem lange Haare sind in verschiedenen Kulturen fester Bestandteil und drücken das Wesen dieser Kultur aus. Die griechischen Götter und Philosophen trugen langen Haar, die römischen Frauen, die germanischen und keltischen Krieger. Bis vor der Globalisierung trugen auch Japaner, Indianer und Chinesen längeres Haar. Bei den Frauen sind lange Haare in verschiedenen Kulturen noch heute zu finden (z.B. Indien, Asien und in der islamischen Kultur). In unserer Gesellschaft werden vor allem Männer über die Frisur beurteilt.
Chemie
Um die verschiedenen Eigenschaften des Haares zu verstehen, ist es sinnvoll, den chemischen Aufbau des Haares zu kennen. Das Keratin (wasserunlösliches Faserprotein) besteht im Hauptteil aus Kohlenstoff (50%), Sauerstoff (23 %), Stickstoff (17 %), Wasserstoff (6%) und Schwefel (4 %). Diese Bestandteile verbinden sich durch Polymerisation zu Aminosäuren (Polypeptide), die widerrum Eiweißverbindungen eingehen. Mehrere Eiweißverbindungen bilden dann das Keratin. Das Keratin ist durch Querverbindungen zu einer Helix angeordnet und ist eine Grundlage der Peptidspirale. Diese wird widerrum durch Wasserstoff- , Salz- und Doppelschwefelbrücken stabilisiert, die letztendlich dem Haar sein Aussehen geben.
Die Wasserstoffbrücken ist für die Elastizität des Haares verantwortlich und lösen sich durch Wasser. Sie quellen durch Wasser um etwa 15% auf – man kann es in Locken legen – denn beim Trocken entquellt das Haarwieder und die Wasserstoffbrücken bilden sich in der neuen Form.
Die Salzbrücken werden nur geringfügig bei Wasserbehandlung gelockert. Eine größere Lockerung dieser Brücken kann durch Säuren und Laugen herbeigeführt werden.
Die Doppelschwefelbrücken sind z.B. für Dauerwellen o.ä. von Bedeutung. Sie sind ganz schwer zu öffnen und bewirken die dauerhafte Veränderung des Haares.
Fazit
Haare sind also abhängig von einem optimalen Stoffwechsel. Damit der Stoffwechsel optimal läuft, muss der gesamte Körper gut mit Nährstoffen versorgt sein. Das fordert eine nährstoffreiche und gesunde Ernährung, die auch mit Nahrungsergänzung ausgeglichen werden kann.
Bei warmen Wetter läuft der Stoffwechsel schneller und besser ab – eben wie in der Natur.
Im nächsten Teil widmen wir uns der allgemeinen Pflege des Haares.
Berlin, Germany / Geschichten über das Nähen, Basteln, Haare, Berliner Stadgesabbel und so manches Bla-Bla

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